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Competitionparadox

Forschungsfeld Teil I und II

Gegenstand

Untersucht werden soll die Praxis der Vergabe von Architektenleistungen mit vorgeschaltetem Planungswettbewerb seit Ende des 2. Weltkriegs und der Einfluss auf die städtebauliche und architektonische Gestaltfindung im Fall der Stadt Aachen.

Den Ausgang der Untersuchung stellt die wiederkehrende Diskussion des Planungswettbewerbs als Werkzeug zur Steigerung der Baukultur dar.

Diese Vergabeform von Architektenleistungen wird seit dem 19. Jahrhundert von allen in diesen Prozess involvierten Akteuren hinterfragt:

  • Planerinnen kritisieren zunehmende Zulassungsbeschränkungen, eng gefasste Aufgabenstellungen und die Wirtschaftlichkeit der Verfahrensbearbeitung.
  • Auslober*innen beziehungsweise Nutzerinnen sind mit der Herausforderung, umfassende Auslobungen unter Rücksichtnahme unzähliger Belange zu erstellen und Verfahren in stark eingeschränkten Zeitrahmen zu koordinieren, konfrontiert.
  • Politikerinnen sollen als Vertreterinnen der Interessen von Gemeinden, Städten oder Bundesländern Konsequenzen von Planungswettbewerben mitverantworten, wenn gleich deren Verlauf und Ausgang auf Grund der Komplexität von Planungsprozessen nur in seltensten Fällen im Voraus einzuschätzen ist.
  • Gesellschaftlich spielen städtebauliche und architektonische Wettbewerbe abseits von Fachkreisen eine immer kleinere Rolle - es entsteht in der Öffentlichkeit das Gefühl, ohne Mitspracherecht vor vollendete Tatsachen gestellt zur werden.

Das hieraus resultierende Palliativstadium des Planungswettbewerbs steht dem ursprünglichen Gedanken eines demokratischen Verfahrens zur Diskussion und Findung einer Lösung für gesellschaftlich-relevante Bauaufgaben mit baukulturellem Anspruch diametral gegenüber.

Hintergrund

Was ist ein Architekturwettbewerb / städtebaulicher Wettbewerb?

  • Wird eine größere bauliche Maßnahme angedacht, werden anhand vorausgehender Analysen und Vorstudien Auslobungen (vgl. mit Entwurfsaufgaben an der Universität) erarbeitet, die einem Teilnehmerfeld aus Architekt*innen bzw. Stadtplaner*innen zur Verfügung gestellt werden.
  • Diese erarbeiten in einem Zeitraum mehrerer Monate eine entwürfliche Lösung der Aufgabe.
  • Meistens handelt es sich dabei um öffentliche Bauten, seltener führen private Bauherren Wettbewerbe durch.
  • Die Intension des Architekturwettbewerbs ist die Sicherung der Baukultur durch ein Spektrum möglicher Lösungsansätze und der daraus entstehende Diskurs.
  • Wettbewerbe werden in offener (alle ArchitektInnen bzw. StandplanerInnen zulassungberechtigt) oder geschlossener (gesetzte und geloste Teilnehmer) Form ausgelobt.

Welche Bedeutung hat das Thema für Studierende?

  • Die Möglichkeiten der Partizipation für ArchitektInnen und StadtplanerInnen ist in der zeitgenössischen Auslegung und Umsetzung der Wettbewerbsverfahren eingeschränkt und somit das Berufsbild langfristig gefährdet.
  • Chancen für “junge” ArchitektInnen, die in der Vergangenheit erste größere Projekte über Wettbewerbsverfahren akquiriert haben, selbstständig ins Berufsleben zu starten, sinken, da nur wenige offene Wettbewerbsverfahren ausgelobt werden und geschlossene Verfahren eine deutliche Hürde darstellen (u.a. wegen geforderter Referenzen)
  • Das Wissen, um die wirkenden Kräfte und Umstände in Wettbewerbsverfahren, erweitern den Blick und fördern die kritische Auseinandersetzung mit dem Berufsbild.

Warum wird Aachen untersucht?

  • Die die unmittelbare Nähe zur RWTH hilft bei der anstehenden Recherchearbeit
  • Durch die überschaubare Stadtgröße ist auch die Anzahl der Wettbewerbsverfahren für den Rahmen des Forschungsfelds greifbar
  • Die Ausgangssituation der Stadt Aachen nach dem 2. Weltkrieg eignet sich als Start der Feldstudie: Zum einen wegen des hohen Grades der Zerstörung und den notwendigen Wiederaufbau (“Tabula Rasa”).
  • Haltungen in der Politik / Gesellschaft und Wirtschaft lassen sich ggf. auf den aktuellen Diskurs übertragen.

Methode

Der Schwerpunkt wird auf die Feldforschung zum Wettbewerbswesen in der Architektur am Beispiel der Stadt Aachen seit Ende des 2. Weltkrieges gelegt: Verfahren werden recherchiert, analysiert, aufgeschlüsselt und hinsichtlich der Bedeutung für die in den Prozess involvierten Akteure untersucht.

Daraufhin werden bedeutende Planungswettbewerbe der Stadt Aachen seit Ende des 2. Weltkriegs werden auf ihre Impulswirkung hin analysiert.

Ziel

Die Forschungsarbeit setzt sich zum Ziel, den vorgeschalteten Planungswettbewerb in der Praxis der Vergabe von Architekturleistungen auf seine Impulswirkung als Anstoß einer Kausal-Kette der Stadtentwicklung hin zu untersuchen.

Neben dem im Vordergrund stehenden Verfahrensdesign sollen auch die hiermit verbundenen sozioökonomischen und prozessrelatierten Faktoren, die Einfluss auf die städtebauliche und architektonische Gestaltfindung nehmen, in Vergabeverfahren von Architekturleistungen betrachtet werden.

Termine

Mo, 10.10.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 17.10.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 24.10.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 07.11.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 14.11.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 28.11.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 05.12.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 19.12.2022, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 09.01.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 16.01.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 23.01.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 30.01.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 06.02.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 13.02.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung

Mo, 20.02.2023, 14:00 - 16:00, Betreuung